Feigheit vor dem Leser?

Teure Redaktion [sueddeutsche.de],

eigentlich ist es mir unglaublich egal, was Herr von Dohnanyi zu irgendeinem Thema zu sagen hat und ich hätte wohl einfach an diesem Artikelsurrogat[1] vorbeigeklickt, wenn mir nicht die Kombination von drei Dingen hier sauer aufgestoßen wäre.

Aus der Verknüpfung des großspurigen Titels

Überschrift: "Debatte um Thilo Sarrazin - Feigheit vor dem Wort", SZ 05.09.2010

mit dem Erscheinungsdatum

Veröffentlichungsdatum des Artikels "Feigheit vor dem Wort", SZ 05.09.2010

und der Tatsache, dass Sie Ihre Leser übers Wochenende aus Ihrer Diskussion aussperren,

Bildschirmfoto Hinweis zur Kommentarfunktion, SZ 05.09.2010

lässt sich doch eine gewisse gestörte Wahrnehmung feststellen.

Selbst wenn es reiner Zufall ist, dass alle sarrazinkritischen Kommentare zu Öffnungszeiten stattfanden und der erste, bei dem man aufgrund der vielen geistigen Kurzschlüsse ernsthaft annehmen muss, dass etwas mit dem Sicherungskasten nicht stimmt, am Sonntagnachmittag auf der Seite landete, so hätte doch wenigstens einem oder einer von Ihnen auffallen müssen, dass man mit einem solchen Vorgehen den Unmut auf sich zieht, der eigentlich dem Gastkommentator gilt.

Wenn es kein Zufall ist, müssen Sie sich fragen lassen: Haben Sie Angst vor Ihren eigenen Lesern? Feigheit vor den Worten?

Schließlich aber, ganz egal ob Zufall oder Berechnung, bleibt die wichtigste Frage: Wenn Sie sonntags solche Artikel einstellen können[2], warum können Sie dann sonntags keine Kommentare moderieren?

Freut sich auch zwischen 19 Uhr und 8 Uhr des Folgetages auf eine Antwort:

Ihr VonFernSeher


  1. [1] ich habe es ja dann doch gelesen
  2. [2] die Uhrzeit spricht ja nicht für automatisierte Einstellung

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