Hallo, kann ich Ihnen weiterhelfen? Suchen Sie was bestimmtes?

So würde ich wohl fragen, wenn jemand sich meinem Grundstück so nähern würde, wie er es mit Street View u.ä. kann. Bloß. dass ich den bei Street View gar nicht in meinem (fiktiven) Vorgarten herumtrampeln sehen kann.

Mein Kommentar zum Artikel “Google StreetView: Die Angst vor der Öffentlichmachung des öffentlichen Raums” und den Reaktionen auf Carta:

[...]
Es geht doch gar nicht darum, dass man sich nicht über Straßenzüge und Viertel im Allgemeinen informieren kann. Viel des Unmutes hat meines Erachtens mit der absichtlich erhöhten Kameraposition zu tun, die eben in Bereiche schielt, die nach (nicht nur deutscher) allgemeiner Auffassung privat sind.

Viele Befürworter erzählen immer einen von Imnetzurlaubmachen und umweltfreundlichen Städtetouren, aber es ist doch so: Wenn eine natürliche Person sich einen derartigen Einblick in meinen Vorgarten verschaffen wollte, wie es Street View tut, müsste er sich in einer Weise meinem Grundstück nähern, die zurecht Aufsehen und Unbehagen erregen würde und gesellschaftlich als unangemessen gilt. Er müsste über meinen Zaun gucken, meine Hecke zur Seite ziehen, etc. pp.

Was würde man wohl über einen Menschen denken, der sich so vor dem eigenen Haus verhält? Würde man sich nicht nach draußen begeben und ihn mal ganz freundlich fragen, was das soll? Und ist das tatsächlich die Hauptfreizeitbeschäftigung von denen, die vom Imnetzurlaubmachen schwadronieren?

Ich bin kein fortschrittsfeindlicher Rentner mit Gartenzwergsammlung (ich habe keine Hecke, keine Mauer, keinen Vorgarten), aber wer wie ich die Fragen mit “Nichts gutes – Ja – Hoffentlich nicht, arme Kreaturen” beantwortet, sollte sich vielleicht nochmal Gedanken darüber machen, ob der persönliche Nutzen von Street View u.ä. tatsächlich nicht zu teuer erkauft ist. Panoramaansichten von den Dingen, die man sich im Urlaub wirklich anschauen möchte, finden sich jedenfalls auch woanders.

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