Winterspelt 2044
Markt und Straßen stehn verlassen
Schwach erleuchtet noch ein Haus
Wachsam geh ich durch die Gassen
Alles sieht so friedlich aus
In die Fenster haben Frauen
Dünnes Sperrholz eingedrückt
Und die Kinder stehn und schauen
Hab’n die Messer still gezückt
Und ich wandre aus den Mauern
Bis hinaus ins off’ne Feld
Stählnes Glänzen, kaltes Schauern
Wie so weit und still die Welt
An den Pfählen hoch die Schlingen
Aus des Schnees Einsamkeit
Ragen herrenlose Klingen
O, du gnadenlose Zeit

Wie alle Narcotica, so findet man diese Zeilen auch hier.
Fachkräftemangel
Es kommt ein Schiff, geladen
Bis an sein’ höchsten Bord
Doch das macht uns kein Schaden
Denn wir, wir schicken’s fort
Das Schiff geht still im Triebe
Es trägt ein teure Last
Ach, das es doch nur bliebe
Wo es die Fracht gefasst
Der Anker haft’ auf Erden
Da ist das Schiff am Land
Die armen Schlucker werden
Schon liegen bald am Strand
Zu Bethlehem geboren
Im Stall ein Kindelein
Die Mutter hat’s verloren
Denn Sicherheit muss sein
Und wer dies Kind mit Freuden
Umfangen, küssen will
Der muss das Tauchen leiden
Da unten ist’s recht still
Danach mit ihm auch sterben
Und geistlich auferstehn,
Die Mutter findt zwei Scherben
So löst sich das Problem

Wie alle Narcotica, so findet man diese Zeilen auch hier.
Recht ruppig
Von drauß’ vom Walde komm ich her
Ich muß euch sagen, den gibt es nicht mehr
Allüberall auf den Memory-Sitzen
Sah ich bronzene Menschlein schwitzen
Und droben aus dem Himmelsthor
Drang mit großer Hitze die Sonne hervor
Und wie ich so schritt über staubigen Grund
Da rief’s mich an aus finsterem Mund:
Recht ruppig ist es, alter Gesell
Halte die Luft an und spute dich schnell!
Der Himmel fängt zu brennen an
Das Ozonloch ist weit aufgethan
Alt’ und Junge sollen nun
Sich auf die letzte Reise tun
Und morgen fliegt in die Luft, die Erden
Denn es soll wieder Leben werden!
Ich sprach: O lieber Herre Christ
Meine Reise fast zu Ende ist
Ich soll nur noch in diese Stadt
Wo’s eitel dumme Fatzke hat
Hast denn die Sense auch bei dir?
Ich sprach: Die Sense die erspar ich mir:
Denn Asche, Glut und Caesiumkern
Fressen dumme Fatzke gern
Hast denn die Maske auch bei dir?
Ich sprach: Die Maske, ja die trag ich hier:
Beizeiten werd ich sie aufsetzen,
Will ich mich doch nicht selbst verätzen
Die Stimme sprach: So ist es recht
So geh zu ihnen, treuer Knecht!
Von drauß’ vom Walde komm ich her
Ich muß euch sagen, den gibt es nicht mehr
Nun sprecht, wie ich’s hierinnen find’!
Ob’s strampeln noch, ob’s tot schon sind?

In loser Reihe möchte ich diejenigen, die bis zum heiligen Abend hier vorbeischauen, mit ein paar Spontangedichten zum Advent bedenken. Das passt insofern in dieses Blog, als dass sie eigentlich auch nur Briefe in Versen sind. Ähnlichkeiten mit Werken älterer Meister sind urheberrechtlich unbedenklich. Bei Zweifeln oder Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Verstand oder in sich hinein.
Wie alle Narcotica, so findet man diese Zeilen dann auch hier.
Hinweis
Schon an diesem Samstag werde ich noch einen VonFernSehTag abhalten und der hat sogar eine einheitliche Überschrift: Testbild.
Alle Sendungen, die ich mir antun werde, haben irgendetwas mit Testen zu tun; im engeren und im weitesten Sinne, von spaßig bis bitterernst: Alle Vorschläge sind willkommen. Auf meiner Liste sind schon mal:
Ich werde und jeder andere kann dann testen, wie die öffentlich-rechtlichen Tester selbst abschneiden und die Links zum Vor-, Mit und Nachschauen nutzen. Und für Menschen mit Berg-DSL oder Abneigung gegen das Depublizieren empfehle ich das hier (für Obstfreunde besser hier).
➢ zu allen gebloggten VonFernSehTagen
Da sich bei mir immer wieder größere Mengen an Fernsehsendungen und Videopodcasts ansammeln, weil man das ja alles noch unbedingt gesehen haben will, schiebe ich dann und wann, wenn die Zeit es erlaubt, einen Tag vor der Glotze[] ein, um dem Stapel etwas von seiner angsteinflößenden Höhe zu nehmen. (In Wirklichkeit wird der natürlich trotzdem immer noch höher, aber die Illusion ist Teil des Rituals.) Heute werde ich das Ganze zum zweiten Mal in meinem Blog begleiten.[] …[weiterlesen]
Manchmal gibt es Dinge, die versteht man wahrscheinlich nur, wenn man sie von einem Journalisten erklärt bekommt. Öfters gibt es Dinge, die versteht man wahrscheinlich nur, wenn man Journalist ist. Der Gewinner, diesmal von letzter Woche: nordbayern.de, das Portal von Nürnberger Nachrichten und Nürnberger Zeitung.
In der Klickstrecke zum von der Sprinkleranlage beglückten Hauptbahnhof (via) trägt ein Bild die nette Unterschrift:
Mit speziellen Maschinen zum Trockenlegen von Böden versuchte man der Wassermengen Herr zu werden.
Ja, diese technischen Wunderwerke gehören zu einer Produktfamilie, in der es auch neuerdings diese speziellen Maschinen zum Entstauben von Böden gibt. Und das blaue, meistens aber schwarze Lange daneben ist ein speziell ummanteltes Metallseil zur Versorgung der speziellen Maschinen mit Energie – das nur als Hinweis für die moderneren Haushalte in Mittelfranken.