Today your east, tomorrow the world

Frank Rieger hat den ziemlich guten Vorschlag gemacht Deutschland solle den Völkern Nordafrikas – als kleine Rabattaktion, nachdem die schon soviel Waffen und Gerät von uns gekauft haben[1] – die Methoden und Mittel der StaSi-Unterlagen-Behörde BStU gratis zur Verfügung stellen und die sich neu zu bildenden Strukturen in deren Nutzung für Transparenz und Gerechtigtkeit schulen. Soweit eine hervorragende Idee.

Hat natürlich einen Haken: Vier der fünf Fraktionen (die mit Regierungserfahrung) dürften als Gesamtheit genau null Interesse daran haben, dass die Unterlagen in Ägypten, Libyen, Tunesien, dem Südsudan oder der Westsahara (bzw. Marokko) in die Öffentlichkeit gelangen. Wer weiß, was z.B. die Geheimdienste über unsere Freunde aus Israel, den Vereinigten Staaten, Frankreich oder Italien so alles Nettes geschrieben haben. Die fünfte Fraktion wiederum hat schätzungweise keinen besonders guten Draht zur BStU (und wenn, dann einen speziellen) und wird auch sonst von den anderen vier in Sachen Außenpolitik nicht ganz ernst genommen.

Damit aber nun eine Bundesregierung auch nur in Erwägung zieht mal darüber nachzudenken es in Betracht zu ziehen, braucht es einen gewissen öffentlichen Druck, damit sie andernfalls in Erklärungsnot gerät.

Daher mein Vorschlag: Versuchen wir eine große Anzahl an einzelnen Abgeordneten für diesen Vorschlag zu gewinnen. Nerven wir jeden Einzelnen mit ordentlich Papier, so wird er das Ganze irgendwann zumindest zur Kenntnis nehmen müssen. Dann können wir ansetzen.

Eine erste Hürde habe ich genommen. Diese Seriendatei [ODS, 20k] enthält alle aktiven (also keine ausgeschiedenen und verstorbenen) MdB dieser Legislaturperiode mit korrekter Anschrift und Anrede.[2] (Korrekturlesen ist natürlich erwünscht.)

Nächster Schritt: Ein Musterbrief müsste als Vorlage her, den jeder leicht verändern und dann als Seriendokument benutzen kann. Hierfür möchte ich aber gerne erst abwarten, was Frank Rieger überhaupt von meiner Idee hält.[3]

Ich bin auch gerne bereit hier eine Liste zu führen, wenn mir jemand (dereinst) mitteilen sollte, welche Buchstaben sie oder er anschreibt. Schließlich möchte wohl kaum einer rund 220 € ausgeben, um alle anzuschreiben.[4]

Wer ist dabei?

Nachtrag:

Nachdem ich von Frank Rieger bisher keine Antwort erhalten habe und meine Kommentare auf seinem Blog nach dem ersten im Papierkorb oder Spamfilter oder Nirvana landeten, habe ich einen recht persönlichen Brief verfasst, der sich sicher so nicht als Vorlage verwenden lässt. Ich werde ihn auf dieser Seite – wie immer bei sowas – veröffentlichen, wenn ich ihn abgeschickt habe. Da es keinen wirklich zuverlässigen und zumutbaren Postweg von Panama nach Deutschland gibt[5], muss ich nur noch irgendwie die E-Mail-Adressen von knapp über 600 Abgeordneten auftreiben. Weiß jemand, ob es so eine Art vorname.nachname@bundestag.de gibt? Blöde Frage, es gibt vorname.nachname@bundestag.de, nur habe ich irgendwie noch nicht herausgefunden, ob es eine Regel für die Vornamen gibt. So kann ich das nicht automatisieren.


  1. [1]OT: Wordpress löscht <sarcasm></sarcasm> :(
  2. [2]Keine Gewähr. Zusatzzahl Null.
  3. [3]Ich weiß, wieviel Uhr es gerade in Deutschland ist.
  4. [4]Ab 50 Briefen kostet der Infobrief (wir haben ja hier immer gleiche PLZ) 0,35 €
  5. [5]außer der Dokumentekapsel von DHL zu rund 120 $ das Stück, dafür kaufe ich mir aber dann doch lieber ein Haus

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